Die Euro 2016 und der Kaffee...andere Länder andere Sitten!

Die UEFA EM 2016 steht vor der Tür! Endlich kann man wieder einen Monat lang fast täglich von nachmittags bis abends Fussball schauen. Viele Spiele der Gruppenphase finden schon um 15Uhr statt und welches Getränk würde zu dieser Tageszeit besser passen als unser heiß geliebter Kaffee?! Auch wenn die Nationalelf nicht von solchen Nachmittagsspielen betroffen ist, sagt unser Bundestrainer ja bekanntermaßen auch abends zu einem leckeren Espresso selten Nein. Beim Betrachten der einzelnen Teilnehmer des Turniers fiel uns auf, das viele eine ganz eigene Kaffeekultur pflegen. Im Folgenden erfahrt ihr mehr über die Besonderheiten der verschiedenen europäischen Kaffeekulturen? Wer wird eurer Meinung nach Kaffee-Europameister?

Schweden: Ja, man glaubt es nicht und rechnet damit, dass eher im Süden Europas viel Kaffee konsumiert wird. Die Zahlen sprechen aber für den Norden Europas! Die Schweden liegen knapp hinter den Finnen ganz weit mit vorne und kämpfen mit diesen um den höchsten Kaffeekonsum pro Kopf. Die Schweden pflegen ihre Kaffeetradition bei der sogenannten „Fika“. Die Fika wird fälschlicherweise häufig als „Kaffeetrinken“ übersetzt, bedeutet für die Skandinavier jedoch viel mehr als das. Sie wird genutzt, um sich mit Freunden zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen. Das gilt auch fürs Geschäftliche, beim gemeinsamen Arbeiten oder Vertragsabschluss. Zum Kaffee wird hierbei das sogenannte „Fikabröd“ gereicht, welches  vereinfacht jegliche Form von Süßkram darstellt. Zurück zum Fussball…könnt ihr euch Zlatan nicht auch super als Barista hinter einem Tresen einer hippen Kaffeebar in Stockholm vorstellen? Er „zlatanisiert“ dann Flat Whites mit seiner Latte Art! 

Österreich: Kaffeetradition in höchster Form bei unseren Nachbarn! Die Österreicher lieben ihre traditionellen Kaffeehäuser mit ihren klassischen Kaffeespezialitäten. Hier bekommt man einen „Melange“ (Espresso mit Milch und Schaum) oder einen „kleinen Braunen“ (Espresso mit separat servierter Milch). Immer mehr spürt man jedoch, wie auch hier die sogenannte „Third Wave“ Einzug hält. Die traditionellen Kaffeehäuser sind meist sehr touristisch und wirken etwas altmodisch und verstaubt. Die jungen hippen Läden erhalten aber auch in Wien ihren Einzug. 

Frankreich: Wer kennt ihn nicht…den café au lait. Auf Französisch heißt das Ganze nichts anderes als „Kaffee mit Milch“. Die Franzosen reichen dieses Getränk zumeist zur Frühstückszeit mit einem Croissant, welches dann gerne tief in die Tasse eingetunkt wird. Der verwendete Kaffee besteht hierbei meist aus sehr scharf gerösteten Robustabohnen. Muss man mögen…

Apropo, wer beim Eröffnungsspiel oder beim Halbfinale in Paris sein sollte und eine solches Getränk zu sich nehmen will und dieses auf der Karte nicht findet, der sollte nach einem „café crème“ Ausschau halten. 

Italien: Ciao, Ciao Bella Italia! Die Italiener mussten sich nur selten fussballerisch Sorgen machen und vor ihrer Kaffeekultur brauchen sie sich erst recht nicht zu verstecken. Der klassische Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato ist aus jeglichen Cafés auf der ganzen Welt nicht mehr wegzudenken. Der Espresso wurde um 1900 in Mailand ausschließlich an der Bar serviert. Auch heute trinkt man diesen üblicherweise stehend an der Bar. Deswegen wird dieses Getränk häufig fälschlicherweise als „EXpresso“ bezeichnet und fehlinterpretiert als schnelle (express) Koffeinzufuhr! In Wirklichkeit ist die Begrifflichkeit aber auf die Zubereitungsart mit hohem Druck und Wasserdampf zurückzuführen. Ein guter Espresso brauch neben einer guten Röstung einen sehr feinen Mahlgrad, durch den das Wasser mit einem Druck von ca. 9 Bar gepresst wird. Durch den hohen Druck entsteht unsere geliebte Crema. Übrigens…1990 wurde Deutschland in Italien Weltmeister! Vielleicht lag es am guten Espresso…

Portugal: Der Kassenschlager in Portugal, neben Christiano Ronaldo, ist der „Bica“! Der Espresso der Portugiesen kann durchaus als Nationalgetränk bezeichnet werden. Es gehört zum guten Ton in Portugal, sich mindestens 2-3 mal am Tag in seinem Stammcafé blicken zu lassen und schnell einen Bica zu trinken. Sehen und gesehen werden. Klar, Milch kann man auch in seinem Bica haben. Ein Tropfen Milch darin, nennt sich dann „Pingado“ und wer mehr Milch möchte bestellt sich einen „Galao“.

Irland: Die Iren sind, wenn man so will, gleich mit zwei Mannschaften vertreten: Republik Irland und Nordirland. Eine Gemeinsamkeit der Iren ist mit Sicherheit ihre Liebe zu Whiskey. Diese spiegelt sich auch in einer ihrer Kaffeespezialitäten wieder. Der „Irish Coffee“ ist was für Hartgesottene und eher nicht zum Frühstück zu empfehlen. Das Heißgetränk ist meistens in Bars zu finden. Karamellisierter Zucker wird mit Whiskey aufgegossen und durch sehr starken Kaffee ergänzt. On top darf eine Sahnehaube nicht fehlen! Dadurch entstehen bekannterweise die besten Fangesänge! Prost…

Türkei: Auch die Türken haben neben dem klassischen „Çay“ eine absolute Kaffeespezialität im Petto. Der Mokka wird mit extrem fein gemahlenen Kaffeepulver in einem Kännchen aufgegossen und erhitzt. Es handelt sich um eine der ursprünglichsten Arten der Kaffeezubereitung. Charakteristisch für einen Mokka ist der Kaffeesatz, der beim Einschenken in die Tasse mit eingegossen wird.

Deutschland: Zu guter Letzt sind da noch die Weltmeister! Was das Thema Kaffee angeht, kann man dies jedoch nicht unbedingt behaupten. Im Prinzip, ist alles was wir hier bei uns als Kaffee bezeichnen eine Art Kopie aus anderen Ländern. Wenn man an Deutschland und Kaffee denkt, dann doch am ehesten an Filterkaffee bei Oma, serviert auf einem Stövchen mit ein bisschen Kondensmilch dabei. 

Zusammenfassend also einiges dabei! Zum Glück entscheidet nicht der Kaffee oder die Kaffeekultur, wer Europameister wird. Die Deutschen haben also glücklicherweise doch ganz gute Karten! Wer weltmeisterlich gerösteten Kaffee haben will, der weiß ja wo er hingehen muss! Ab ins Heilandt!