Französischer Flair im Agnesviertel

Das Délibon: Wo Herkunft und Heimat auf dem Teller vereint werden

Es ist der letzte Tag im Juli und sommerlich warm, als ich das Bistro Délibon am Sudermannplatz im Agnesviertel besuche. Abseits der gastronomischen Meile an der Neusser Straße findet man hier seinen gemütlichen Platz in einem Mix aus Café und Crêperie. Hier bekommt man französische Klassiker und authentisch bretonische Crêpes & Galettes für jeden Geschmack.

Dass sich aus dem anfangs gestarteten Foodtruck mal ein richtiges Bistro entwickeln würde, war für Inhaberin Laurence zunächst gar nicht klar. Anfangs stand die Halbfranzösin mit Leib und Seele in dem renovierten Bus, hat französische Spezialitäten auf Rädern zubereitet und Kaffee aus einem WMF-Vollautomaten serviert. 2017 kam dann ihr ehemaliger Studienkollege und Bekannter aus Jugendzeiten Peter hinzu, beide sport- und ernährungsinteressiert. Nach einer zweiwöchigen „Testphase“ im LADEN EIN stand fest: Wir wollen einen Standort finden und ein Bistro eröffnen!

Seit der Eröffnung im Mai 2018 erfreuen sich die Gäste, darunter viele Stammmkunden aus dem Viertel, über süße bis herzhafte französische Spezialitäten und leckeren Heilandt Kaffee. Nicht nur der Kaffee wird lokal bezogen – das frische Gemüse wird vom Markt um die Ecke gekauft, denn regionale und saisonale Produkte sind im Délibon essentiell. Bei der Auswahl der Produkte achtet Laurence vor allem darauf, lokale Manufakturen und Kleinbauern zu unterstützen – lediglich einige Sonderzutaten kommen aus Frankreich. Dass sie sich dann für unseren Heilandt Kaffee entschieden hat, lag für Laurence somit nahe, zumal sie unser Café in der Bismarkstraße auch schon privat kannte. Für den besonderen französischen Touch sorgt das Buchweizenmehl direkt aus der Bretagne. Nachhaltigkeit sei eine Herzensangelegenheit, deshalb soll auch so wenig wie möglich im Müll landen. Und dementsprechend wird der Einkauf und die Tageskarte geplant.

Dabei ergänzen sich Laurence und Peter sehr gut: während er hauptsächlich in der Buchhaltung tätig ist und alles rund um das Wirtschaftswesen organisiert, ist Laurence verantwortlich in der Küche und kümmert sich um Eventanfragen. Insgesamt ca. 14 Mitarbeiter beschäftigen die beiden mittlerweile; der Foodtruck wird immer noch für Veranstaltungen wie Geburtstage oder Hochzeiten genutzt. Ein weiteres Café? „Erstmal ist es gut wie es ist“ antwortet Laurence, „und ich bin froh, den persönlichen Kontakt zu meinen Gästen und die Qualität der Speisen aufrechterhalten zu können. Eine Vergrößerung bringt oft Anonymität mit sich“.


Die Leidenschaft für die französischen Crêpes und Galettes ist kein Zufall: Ihre Wurzeln hat Laurence in der Bretagne und bereits ihre Uroma stand begeistert hinter dem Crêpe-Eisen. „Diese Begeisterung hat sich so von Generation zu Generation weiter vererbt“, freut sich Laurence. Den französischen Charme und die individuelle Atmosphäre kann ich sofort bestätigen, denn das Bistro wurde mit sehr viel Liebe eingerichtet. Kein leichtes Spiel, wie ich erfahre: Mehr als 2 Monate wurde Tag für Tag geschuftet, um alles nach den eigenen Vorstellungen zu bauen und zu gestalten. Auf die Erinnerungsstücke aus Frankreich von ihrer Familie ist Laurence besonders stolz und ich entdecke die Bilder ihrer Oma an der Wand. Das gibt dem Délibon auf jeden Fall einen ganz unverwechselbaren und liebevollen Charakter. Bei der Zubereitung eines Crêpes, der frisch vor meinen Augen gebacken wird, bekommt man nur Lust auf einen kulinarischen Abstecher in die Bretagne!

www.delibon.de

Sudermannstraße 12
50670 Köln

Delibon
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