Kopi Luwak – the world´s shittiest coffee (ein Kommentar von Isa)

Als Röster, die sich einer ökologischen, als auch einer nachhaltigen Verantwortung bewusst sind, ist es an der Zeit Klartext zu sprechen und zu erklären, warum wir keinen Kopi Luwak im Portfolio haben und auch nie haben werden. Sicherlich hat Kopi Luwak mit seiner Entdeckung dazu beigetragen, dass die Aufmerksamkeit mehr und mehr auf Specialty Coffees gelenkt wird, vertreten kann man ihn nur leider nicht mehr.

Trugschluss über die Entstehung des Geschmacks

Um es mit ein wenig Sarkasmus zu formulieren, verwundert es schon, dass die Menschen sich von einem Produkt angelockt fühlen, das nun am wirklich allerletzten Ende der Nahrungskette steht – nämlich beim Ausscheiden durch die Schleichkatzenart des Fleckenmusangs. Natürlich birgt dies eine gewisse Faszination, allein schon wegen des Hypes, der um diesen Kaffee gemacht wird. Weit verbreitet ist die Theorie, dass der Kopi Luwak Coffee nur deshalb so gut schmeckt, weil die Fermentation der Bohnen im Verdauungstrakt der Tiere den größten Einfluss auf den Geschmack des Kaffees hat. Das ist so nicht richtig – diese Art der enzymatischen Fermentation spielt eine untergeordnete Rolle, denn viel mehr wählt ein wildlebender Fleckenmusang einfach die besten und reifsten Kaffeekirschen aus, womit die Kaffeequalität an sich schon sehr hoch ist. Diese natürliche Auswahl fällt in der Käfighaltung weg und somit auch der natürliche Geschmack.

Tierleiden für Kaffee

Schleichkatzen sind katzenartige kleine Raubtiere, die vorwiegend in Asien, Afrika und Madagaskar leben und sich neben kleineren Tieren, Insekten oder Würmern auch von Nüssen oder den reifen, roten Kaffeefrüchten ernähren - und das ist ihr Verhängnis. Nach Angaben von Tierschutzorganisationen werden dabei inzwischen Zehntausende von Tieren – meist Wildfänge - äußerst beengt in Käfigbatterien gehalten, wo sie fast ausschließlich und nicht artgerecht mit Kaffeekirschen zwangsernährt werden, was mit einem Todesurteil durch Mangelernährung gleichzusetzen ist. Oftmals wird solcher Kaffee dann als wildgesammelter Kopi Luwak deklariert, sodass weiterhin hohe Preise aufgerufen werden können. Darunter leiden vor allem die Tiere und genau das wollen wir auf keinen Fall unterstützen.

Des Öfteren, egal ob in Schulungen oder im täglichen Betrieb in unseren Standorten, werde ich gefragt, wie meine Haltung zu Kopi Luwak Coffee ist oder ob ich ihn schon probiert habe. Ja, das habe ich und ich bin der Überzeugung, dass ein richtig guter Kaffee nicht zuerst den Darmtrakt eines Tieres durchwandert haben muss, um gut zu schmecken. Auch ich liebe neue und aufregende Aromen, aber nicht wenn es auf Kosten der Betroffenen, egal ob Mensch oder Tier, geht.

Mein Appell daher, für alle die, die diesen Kaffee mal probieren möchten, versichert euch bitte unbedingt, ob der Kaffee von einem Unternehmen oder Importeur stammt, der bevorzugt mit Tierschutzorganisationen kooperiert und sicher gestellt ist, dass der Kaffee wirklich wild entstanden ist. Andernfalls werdet ihr eh nicht viel von der originalen Aromatik schmecken.

Für alle, die sich weiter informieren möchten: