Zu Gast im NeoBiota

Brunch ist tot – Wohlfühlküche im NeoBiota

„Vor kurzem waren es noch 4 Mitarbeiter“ stellt Inhaber Erik Scheffler fest, mittlerweile habe sich das Team auf 10 Mitarbeiter gesteigert. Seit dem 15. Mai 2018 lädt das NeoBiota an der Ehrenstraße zu Frühstück oder Sterne-Dinner der besonderen Art ein. Dabei ist klar, dass hier Qualität vor Quantität steht. Beim Blick auf die Karte entdecke ich eine kleine Auswahl, bei der aber alles frisch gemacht und liebevoll zubereitet wird. 

„Die Gäste sollen sich wohlfühlen und ihre Auszeit genießen; das Essen wird zum Erlebnis“, wird mir erklärt. Und genau so sehen auch die Gäste aus, die an diesem sonnigen Vormittag zufrieden ihre Zimtschnecke und einen Cappuccino mit unserem Bio-Espresso genießen und so scheinen, als wollten sie der Hektik der Kölner Innenstadt entfliehen. Das NeoBiota freut sich über viele wiederkehrende Stammkunden, die diese entspannte Atmosphäre zu schätzen wissen. Als Beispiel erzählt Erik von einem Paar, das monatlich das Restaurant besucht und immer wieder neue Freunde und Bekannte mitbringt: „Das gibt dir ein gutes Gefühl. Man ist nicht nur einfach Dienstleister, sondern Gastgeber und Freund“. 

Dass sich das NeoBiota mit einem Michelin-Stern auszeichnet, ist bei dieser lockeren Atmosphäre zunächst gar nicht spürbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Sterneküchen soll man hier entspannt und unkompliziert das Essen genießen – ohne viele Schnörkel. Das spiegelt auch die ruhige und harmonische Inneneinrichtung wider. Alles ist hell und freundlich und lädt zum Entschleunigen ein.


Ich merke schnell, dass sich Erik nicht nur als nur Dienstleister und Sternekoch versteht, sondern als Kellner „dazugehören“ und sich bei den Gästen integrieren möchte. Der Umgang im Team wirkt sehr locker, aber höchst professionell. Jeder bringt auf seine individuelle Art und Weise seinen eigenen Charme mit in das Restaurant. Ich erfahre, dass es am Anfang gar nicht so leicht für alle war, sich an diese neue Umgangsweise zu gewöhnen. In vielen Sterneküchen und professionellen Gastronomien sei es gar nicht so üblich, sich mit „DU“ anzusprechen, locker aufeinander zuzugehen und an einem Strang zu ziehen.

Je mehr Erik über seine Haltung in der Gastronomie, seinen Spaß an der Arbeit und über die Wohlfühlküche spricht, je deutlicher wird mir auch die Symbiose zu Heilandt. Ich hake nach, wie es zur Entscheidung für unseren Kaffee gekommen ist. „Auf der Suche nach gutem Kaffee haben wir mehrere Röstereien in Köln getestet und hatten dann unsere 2-3 Favoriten. Die Heilandt Jungs waren mir von Anfang an sympathisch und haben vor allem echtes Interesse am Projekt selbst gezeigt, anstatt rein verkaufs- und geschäftsorientiert zu denken“, erinnert sich Erik. Er berichtet davon, wie seine Kaffeemaschinen von uns abgeholt und ein paar Tage getestet wurden, um anschließend einige hilfreiche Tipps zur perfekten Zubereitung zu bekommen. Der persönliche Kontakt war direkt aufgebaut. Heute wird der Kaffee in Vakuum-Kaffeemaschinen für die Gäste unmittelbar am Tisch serviert – ein echtes Wohlfühl-Erlebnis eben. Auch vor ungerösteten Kaffeebohnen für spezielle alkoholische Getränke habe sich Heilandt nicht gescheut und war vielmehr interessiert und offen für Experimente…

 


Im weiteren Verlauf unseres Gesprächs stelle ich fest, dass uns dieselben Werte und Haltungen verbinden. Der gute und ehrliche Geschmack, auf den sowohl NeoBiota als auch wir bei Heilandt großen Wert legen, sowie das „sich-Zeit-Nehmen und Entschleunigen“ steht in beiden Konzepten ganz oben. Auch das Thema Nachhaltigkeit als gemeinsamen Nenner merkt man dem Restaurant in vielen Aspekten an: das Team trägt fair gehandelte Arbeitskleidung (dessen Polyester-Anteil aus Meeres-Müll recycelt wird) und man hat sich explizit und bewusst gegen den typischen „Coffee to go“ entschieden. „Das passt nicht zu unserem Konzept, denn das Produkt soll bewusst und mit Zeit genossen werden – außerdem vermeiden wir so eine große Menge Müll, die durch Verwendung von Einwegbechern einhergeht." Einzige Ausnahme: Bringt der Gast seinen eigenen Becher mit, kann der Kaffee mitgenommen werden. Wer möchte, bestellt Hafermilch als Milchalternative. 

Wo wir nun beim Kaffee sind, schaue ich hinter die Theke auf die Filterkaffeemaschine und den Siebträger. „2/3 der Leute trinken hier Filterkaffee und freuen sich darüber, endlich leckeren Kaffee genießen zu können“, sagt Erik und zeigt auf unseren Orang Utan Kaffee. „Bei uns wird kein Filterkaffee zum Espresso gequält, daher haben wir sowohl den Moccamaster als auch eine Siebträger-Maschine.“ 

Aber überzeugt euch selbst – ob Frühstück oder Dinner – das Wochenende steht schon vor der Tür! Nur zum typischen Brunchen seid ihr hier nicht richtig …

Reservierungen unter:
www.restaurant-neobiota.de 

Ehrenstraße 43c
Ecke Große & Kleine Brinkgasse
50672 Köln